Änderung in der KSK-Praxis: Gewinne einer GmbH als Einkommen

Wegen eines Urteils des Bundessozialgerichts vom 07.05.2020 hat die Künstlersozialkasse (KSK) ihre Praxis bezogen auf die Bewertung von Gewinnausschüttungen an künstlerisch tätige Gesellschafter:innen einer GmbH geändert. Gewinne, die an die Gesellschafter:innen einer GmbH ausgezahlt werden, wertet die KSK jetzt als Einkommen. Das heißt die Gewinne, die der:die Gesellschafter:in erhält, müssen an die KSK gemeldet werden. Zugleich muss die GmbH damit auf die Gewinnausschüttung auch die Künstlersozialabgabe (KSA) von 4,2 % bezahlen.

Vorher war es so, dass gewinnanteilige Ausschüttungen an die Gesellschafter:innen (vgl.Infoschrift KSK) als Kapitaleinkünfte eingestuft wurden und sich nicht auf die Versicherungspflicht bei der KSK auswirkten. Denn die anteilige Gewinnausschüttung wurde nicht als Gegenleistung für eine künstlerische Tätigkeit in der GmbH gewertet. Die Ausschüttung unterlag insofern auch nicht der KSA. Nur wenn Geschäftsführer:innen einer GmbH neben ihrem Gehalt eine im Geschäftsführer:invertrag festgelegte Gewinnbeteiligung ausgezahlt bekamen, wurde dies als Einkommen angesehen.

Jetzt müssen alle Gewinne (Gewinnentnahme, Gewinnzuweisungen) als Einkommen berücksichtigt werden. Diese neue Beurteilung hat die KSK auf Nachfrage bestätigt. Alle Gewinne werden jetzt als Einkommen gewertet, sofern der:die Gesellschafter:in weiterhin überwiegend künstlerisch selbstständig für die GmbH tätig ist.