Bildrechte

Wann darf ich Fotografien von Menschen ohne ihre Erlaubnis verwenden?

Grundsätzlich ist für die Abbildung der betroffenen Personen ihre Zustimmung erforderlich. Es existieren allerdings einige Ausnahmen, vgl. § 23 KUG.

  1. Personen der Zeitgeschichte: Z.B., wenn die betroffene Person eine Person der Zeitgeschichte, also bekannt ist. Besucht etwa ein bekannter Politiker eine Theaterpremiere, so ist die Veröffentlichung eines Fotos, das ihn z.B. in einem Gespräch mit der Intendantin abbildet, zulässig.
  2. Öffentliche Versammlungen: Zudem ist es zulässig ein Bild von den sich auf einer öffentlichen Versammlung befindenden Personen zu machen (sog. Bilder von Demos).  demo
  3. Mensch als Beiwerk: Gleiches gilt für Fotografien, beispielsweise von Landschaften oder Gebäuden, bei denen zufällig ein Mensch ins Bild gelaufen ist (Mensch als sog. Beiwerk).
    https://www.kanzlei-laaser.com/wp-content/uploads/2015/12/reichstag.jpg
    https://www.kanzlei-laaser.com/wp-content/uploads/2015/12/reichstag.jpg

    Die Person darf demnach nicht auf den ersten Blick erkennbar sein.

  4. Wenn die Kunstfreiheit siegt: Schließlich kann im Einzelfall auch die Veröffentlichung einer Fotografie, die einen Menschen abbildet, zulässig sein, wenn Sie der Kunstfreiheit dient. Bsp.: In einem vor dem OLG München verhandelten Verfahren ging es um ein Foto, das Regina Schmeken für ihr Projekt Geschlossene Gesellschaft aufgenommen hatte. Das Foto zeigt einen Wachmann, der mit verschränkten Armen hinter einer Absperrung steht.

    Regina Schmeken
    Regina Schmeken

Das OLG München entschied, dass vorliegend die Ausnahmeregelung des § 23 Abs. 1 Nr. 4 KUG greift, da es sich um ein künstlerisches Foto handelt, dessen Verbreitung in kunstgemäßer Weise erfolgt ist und deshalb einem höheren Interesse der Kunst dient, OLG München (ZUM 1997, 388).